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Am Weg von der Freitreppe zur Freitagsmoschee lässt der Gläubige das Weltliche hinter sich und befindet sich im sahn, im Vorhof der Moschee. In aller Regel, Vorbild war ja das Haus Mohammeds, ist der Vorhof an mindestens drei Seiten von Säulenstellungen eingesäumt, die eine überdachung, riwaq, zum Schutz vor der Sonne, in unseren Breiten wohl eher Schutz vor dem Regen, tragen. Der Weg auf der Hauptachse teilt den Hof in zwei Bereiche.
Der linke Teil steht für das Trockene, Reduzierte, Besinnliche, Transzendente, jedes Entbehrliche weglassend, die Wüste; dem Entstehungsort des Islam, wie auch der beiden anderen großen monotheistischen Weltreligionen. Der rechte Teil steht für den "Garten Eden" und für Wasser, dem Ursprung allen Lebens, deshalb steht hier der überdachte, mit 12 "Quellen" ausgestattete Ablutionsbrunnen - mit Sitzgelegenheiten, um zu verweilen, zu trinken oder sich eben im rituellen Sinne zu waschen.